Wer bedient sich bei wem?
Viele KI-Produkte, die deutsche Firmen nutzen, haben kein eigenes Modell. Sie greifen über Cloud-Plattformen auf wenige Basismodelle zu. Wer ein Werkzeug auswählt, wählt damit oft auch ein Modell, einen Cloud-Anbieter und einen Rechtsraum.
Nvidia, eigene Chips, Rechenzentren
Fast alle Anbieter trainieren auf Nvidia-GPUs. Die Telekom betreibt in München 10.000 Nvidia-GPUs. SpaceX verkauft Rechenleistung an Anthropic und Google.
6 Plattformen
Azure, AWS und Google aus den USA, dazu SAP, Telekom und STACKIT aus Deutschland. Sie stellen Modelle verschiedener Hersteller bereit.
14 Modellfamilien
Davon 7 aus den USA, 4 aus China, 3 aus Europa bzw. Kanada/Europa. Die „KI“ hinter den Anwendungen.
7 Firmen-Werkzeuge
Werkzeuge ohne eigenes Spitzenmodell, die auf Basismodelle anderer zugreifen. Dazu kommen die Assistenten der Hersteller selbst (ChatGPT, Claude, Gemini …).
Wer liefert an wen?
Wähle zwei benachbarte Ebenen, um zu sehen, wie sie verbunden sind. Fährst du über einen Kasten, bleiben nur seine Verbindungen sichtbar.
Alle drei oberen Ebenen auf einen Blick: links die Plattformen, in der Mitte die Modelle, rechts die Werkzeuge. Die Zahl neben einem Modell zeigt, wie oft es insgesamt vorkommt. Gestrichelt: eingeschränkt oder auslaufend.
Grafik zum Verschieben seitlich wischen · Kasten antippen hebt Verbindungen hervor
Quellen
Quelle: Eigene Darstellung und Zählung auf Basis der Modellkataloge und Herstellerangaben: Microsoft Learn (18.09.2026), GitHub Docs, SAP News (12.05.2026), SAP Community (Praxisleitfaden), Langdock (Modellübersicht), Perplexity (11.02.2025), OpenAI (28.08.2026, Cursor), AWS (Bedrock Model Choice), Microsoft Azure, Google Cloud (Model Garden), T-Systems LLM Hub Docs, STACKIT Docs; Links in den Tabellen unten. Ebene 1: Telekom (10.000 Nvidia-GPUs), STACKIT GPU-Server, Google: Ironwood-TPU, Amazon: Project Rainier, Microsoft: Maia 200, Nasdaq: SpaceX-Börsengang; abgerufen am 29.09.2026.
Welche Modelle stecken am häufigsten dahinter?
Für jedes Basismodell: auf wie vielen der 6 Cloud-Plattformen es angeboten wird und in wie vielen der 7 Firmen-Werkzeuge es arbeitet. Je länger der Balken, desto mehr Firmen-KI hängt von diesem Modell ab.
Quellen
Quelle: Eigene Darstellung und Zählung auf Basis der Modellkataloge und Herstellerangaben: Microsoft Learn (18.09.2026), GitHub Docs, SAP News (12.05.2026), SAP Community (Praxisleitfaden), Langdock (Modellübersicht), Perplexity (11.02.2025), OpenAI (28.08.2026, Cursor), AWS (Bedrock Model Choice), Microsoft Azure, Google Cloud (Model Garden), T-Systems LLM Hub Docs, STACKIT Docs; Links in den Tabellen unten. Ebene 1: Telekom (10.000 Nvidia-GPUs), STACKIT GPU-Server, Google: Ironwood-TPU, Amazon: Project Rainier, Microsoft: Maia 200, Nasdaq: SpaceX-Börsengang; abgerufen am 29.09.2026.
Was das für Unternehmen bedeutet
Wenige Modelle, viele Etiketten
Claude und GPT stecken hinter den meisten Firmenwerkzeugen. Wer Copilot, Joule, Langdock und Cursor parallel nutzt, arbeitet am Ende oft mit denselben zwei Modellanbietern.
Lieferketten können reißen
OpenAI beendet den Modellzugang für Cursor voraussichtlich zum 12.11.2026, weil Cursor an SpaceX verkauft wurde. Werkzeuge mit mehreren Modellen sind robuster.
Datenschutz hängt am Modell, nicht am Werkzeug
In Microsoft 365 Copilot gelten für Claude-Modelle andere Datenregeln als für GPT: Sie liegen außerhalb der EU Data Boundary. Auch bei Langdock laufen US-Modelle über die Infrastruktur der Hersteller.
Chinesische Modelle, deutsche Server
Qwen, DeepSeek, Kimi und GLM sind als offene Modelle über Bedrock, Telekom oder STACKIT verfügbar. Dann fließen keine Daten nach China; Inhalte und Zensur-Prägung der Modelle bleiben aber zu prüfen.
Souveräne Kette ist möglich
STACKIT und die T-Cloud betreiben offene Modelle (Mistral, Llama, Gemma, Qwen, gpt-oss) in Deutschland. Die Leistung liegt unter den Spitzenmodellen, reicht aber für viele Standardaufgaben.
Konzentration beobachten
Microsoft, Amazon und Google sind gleichzeitig Cloud-Anbieter, Investoren (siehe Anbieter-Reiter) und Vertriebsweg der Modelle. Das stärkt ihre Position in jeder Ebene.
| Anwendung | Nutzt Modelle von | Hinweis |
|---|---|---|
Microsoft 365 CopilotQuellenlearn.microsoft.com | GPT Claude MAI | Standard sind OpenAI-Modelle; Claude-Modelle sind in der EU standardmäßig aus und von der EU Data Boundary ausgenommen (Microsoft, Stand 18.09.2026). |
GitHub CopilotQuellendocs.github.com | GPT Claude Gemini / Gemma MAI Kimi Grok | Modellauswahl hängt vom Tarif ab. |
SAP JouleQuellennews.sap.com | Claude | Claude ist seit Mai 2026 die zentrale Denk- und Agenten-Engine in Joule; weitere Modelle über den SAP Generative AI Hub. |
LangdockQuellenlangdock.com | GPT Claude Gemini / Gemma Mistral Llama DeepSeek | Plattform in der EU gehostet; Modelle von Google, OpenAI, Anthropic, Meta, Mistral und DeepSeek wählbar. |
PerplexityQuellenwww.perplexity.ai | GPT Claude Gemini / Gemma Grok Kimi GLM | Eigenes Suchmodell Sonar 2; dazu wählbare Modelle von OpenAI, Anthropic, Google, SpaceXAI, Moonshot und Z.ai (Stand 04.09.2026). |
CursorQuellenopenai.com | Claude Gemini / Gemma Grok GPT | Nach der Übernahme durch SpaceX beendet OpenAI den direkten Modellzugang zum 12.11.2026. |
Amazon QQuellenaws.amazon.com | Claude | Läuft auf Amazon Bedrock, u. a. mit Claude-Modellen. |
| Plattform | Bietet Modelle von | Hosting |
|---|---|---|
Microsoft Foundry (Azure)Quellenlearn.microsoft.com | GPT Claude Grok DeepSeek Mistral Llama Command FLUX | USA-Konzern, EU-Regionen |
Amazon BedrockQuellenaws.amazon.com | Claude Nova Llama Mistral Command DeepSeek GPT Qwen Grok Kimi | USA-Konzern, u. a. Frankfurt |
Google Gemini Enterprise Agent Platform (ehem. Vertex AI)Quellencloud.google.com | Gemini / Gemma Claude Llama Mistral DeepSeek Qwen Kimi GLM GPT | USA-Konzern, EU-Regionen |
SAP Generative AI HubQuellenhelp.sap.com | GPT Claude Gemini / Gemma Mistral | SAP (Walldorf), Modelle über Azure, AWS, Google |
T-Systems AI Foundation ServicesQuellendocs.llmhub.t-systems.net | GPT Claude Gemini / Gemma Qwen Mistral GLM | Offene Modelle in der T-Cloud (DE); GPT über Azure (Schweden), Claude/Gemini über Google |
STACKIT AI Model ServingQuellendocs.stackit.cloud | Qwen Llama GPT Gemini / Gemma | Schwarz Gruppe, Rechenzentren in Deutschland |
Quellen
Auswahl: Plattformen und Werkzeuge mit nachweisbarer Verbreitung oder Hosting in Deutschland. Die Modellkataloge ändern sich laufend; gezählt sind Modellfamilien, die laut den verlinkten Quellen im September 2026 verfügbar sind. Weitere Quellen: Telekom Industrial AI Cloud · Nasdaq: SpaceX-Börsengang